Bewusstsein – Mein Bewusstsein, das sind die Anderen!

Um im Überlebenskampf mit der Natur sich durchzusetzen, brauch ich mir keine Gedanken machen, was der wohl denkt, den ich gleich fressen werde. Ich muss mir auch keine Gedanken machen, was der von mir denkt, der mich gleich fressen will.
Die Evolution hat den Menschen zu Lebewesen gestaltet, die sich darüber Gedanken machen können, was Andere denken. Wir machen uns Gedanken über den Anderen, versetzen uns in seine Position. Wir versuchen auszurechnen, was der Andere uns antun könnte, oder uns bereits angetan hat, und was bei all dem auch für uns drin ist. Unser Bewusstsein gibt uns demnach die Möglichkeit, uns in den Anderen hineinzuversetzen, seine und unsere Positionen zu vergleichen und seine Aktionen bzw. Reaktionen zu berechnen und wenn nötig, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Es dient uns also dazu, um mit Anderen in sozialen Gemeinschaften leben und überleben zu können. Unser Großhirn ist also ein soziales Hirn!

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2 Kommentare

  1. Mary64

    Hallo, darf ich fragen, was du unter systemischer Beratung verstehst? ich kenne wohl das systemische Familienstellen nach Bert Hellinger. Ist es darauf zurückzuführen?

    Liebe Grüße aus Stade,
    Mary

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  2. SimplePower

    Hallo Mary,
    meine systemische Beratung ist nicht Bert Hellinger vergleichbar. Seine Aufstellungen haben einen systemisch-phänomenologischer Ansatz. Mein Ansatz ist die Suche nach Mustern, nach den Regeln des „Spiels“, das der Klient spielt – interessant ist nicht aus welchem Holz die einzelne Schachfigur geschnitzt ist, welche Farbe sie hat, wie groß und wie schwer sie ist, sondern wie die Regeln des Schachspiels sind, denen die Figuren gemeinsam folgen. Statt linearer Betrachtungsweisen – A verursacht B – wird eine zirkuläre, kreisförmige Betrachtungsweise praktiziert: A wirkt auf B und B wirkt auf A zurück. Durch diese zirkuläre Betrachtungsweise werden aus „Verdinglichungen“ (Probleme, Krankheiten usw.) prozessierende Wechselbeziehungen. Wie prozessiert der Prozess?
    Wirksame Impulse zur Veränderung finden durch die Art der Gesprächsführung statt, nicht durch strategische, katalogisierte Interventionen. Systemische Praxis ist somit Begegnung, verständnisvolles zuhören und gemeinschaftliche Lösungsperspektive. Hoffnung entsteht, wenn Menschen sich verstanden fühlen.
    In der systemischen Praxis wird nicht danach gefragt, wie es „wirklich ist“, sondern nach den Bedeutungen, die der Klient der Wirklichkeit gibt. „Verdinglichungen“ sind erstarrte Bedeutungen aus sozialen Beziehungen. Nicht jeder Einzelne konstruiert seine Welt als Individuum, sondern „wir“ konstruieren im Gewebe sozialer Beziehungen „unsere“ Welt voller Bedeutungen.
    Ich hoffe, dass ich Dir eine verständliche Sichtweise meiner systemischen Betrachtungen geben konnte.
    Viele Grüße & bis bald einmal
    Hans-Peter

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