Was unsere Urgroßeltern schon wussten

Die Wissenschaft ist emsig dabei, fast pausenlos neue Details über die Vorgänge in der Natur zu ergründen. Nahezu täglich verkünden Forscher rund um den Erdball ihre „neuesten Erkenntnisse“, die es uns ermöglichen, bislang schwer heilbare Krankheiten zu bekämpfen, neue Energiequellen zu nutzen oder die Natur zu unseren Gunsten zu verändern. Doch wie sieht es mit der Ernährungswissenschaft aus? Sind wir auf diesem Gebiet heute viel schlauer als unsere Groß- und Urgroßeltern?
Ende des 19. Jahrhunderts verfasste der deutsche Schriftsteller Johannes Trojan ein Gedicht mit dem Namen „Vom Stoffwechsel“:

Nähr dich, o Mensch, verständig! Mit einem Wort: Erkenn dich!
Nach Liebig lern ermessen, was dir gebührt zu essen.
Fettbildner sind, das merke: Fett, Zuckerstoff und Stärke;
Blutbildner sind im ganzen die Proteinsubstanzen.
Daß Knochen sich erneuern, bedarfst du Kalk und Säuren;
Drum mische klug und weise, dergleichen in die Speise.
Und also iß und lebe, ersetzend dein Gewebe,
Und denk in allen Fällen: wie bild ich neue Zellen?

Auch wenn die Rhetorik antiquiert klingen mag, unterscheidet sich der Inhalt kaum von heutigen Ernährungsratgebern. Bereits damals wurden die Leser ermuntert, sich bewusst zu ernähren und Speisen überlegt zu wählen, um dem Körper und dessen Zellen mit Nährstoffen zu versorgen. Eiweiße galten als wichtige Bausteine für Blutbestandteile wie Blutzellen, Transportproteine und Immunfaktoren. Und auch das Zusammenspiel Knochenneubildung, Kalzium und Säure-Basen-Gleichgewicht war damals schon ein Thema. Besonders erstaunlich ist, dass unsere heute scheinbar „frischgewonnene“ Erkenntnis, dass neben Fett auch Zucker und Stärke die Fettspeicher füllt, im 19. Jahrhundert schon zum Allgemeinwissen zählte. Zwar ist unser Wissen heute detaillierter, doch in den Grundzügen waren unsere Vorfahren bereits genauso klug.

Mehr Wissen zu unserem Stoffwechsel: http://simplepower.de/lebensthemen/wissenwertes

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